Mut braucht Schutz

Mit der Kampagne „Mut braucht Schutz“ möchte Amnesty International auf die Situation von Menschenrechtsverteidiger_innen in alller Welt aufmerksam machen. Amnesty International setzt sich ein für all diejenigen Menschenrechtsverteidiger, die behindert, schikaniert, bedroht, inhaftiert, und gefoltert werden. Einer von Ihnen ist der tschetschenische Menschenrechts-aktivist Oyub Titiev.

Oyub Titiev

Oyub Titiev ist Leiter der tscheschenischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“, die Rechtsbeistand für Opfer bei der Aufklärung grober Menschenrechtsverletzungen leistet. Am 18. März 2019 wurde Oyub Titiev nach über 14 Monaten in Untersuchungshaft zu vier Jahren Haft verurteilt – wegen Vorwürfen, die aus Sicht von Amnesty haltlos sind. Amnesty betrachtet Oyub Titiev als einen gewaltlosen politischen Gefangenen und setzte sich für seine bedingungslose Freilassung ein.

Am 10. Juni 2019 entschied ein Gericht in der tschetschenischen Stadt Schali, Oyub nach fast anderthalb Jahren Gefängnis auf Bewährung freizulassen. Das sind gute Nachrichten, aber Oyub hätte niemals verurteilt werden dürfen. Um wirklich Gerechtigkeit zu erlangen, muss der Schuldspruch gegen Oyub aufgehoben werden und er die Möglichkeit erhalten, für seine rechtswidrige Inhaftierung eine Entschädigung einzufordern. Zudem fordern wir die russischen Behörden auf, in Tschetschenien und ganz Russland für ein sicheres Umfeld für Menschenrechtsverteidiger_innen zu sorgen.

19. Juni 2019