Die Amnesty-Preisträger

Wir möchten auf dieser Seite berichten, was aus den Preisträgern des Amnesty-Menschenrechtspreises geworden ist.

Seenotrettungscrew Iuventa10

Rund 200 Crewmitglieder haben zwischen Juli 2016 und August 2017 auf dem Rettungsschiff „Iuventa“ ehrenamtlich gearbeitet. In dieser Zeit haben sie unter Wahrung internationalen Rechts mehr als 14.000 Menschen aus Seenot gerettet – und wurden dafür von den italienischen Strafverfolgungsbehörden ins Visier genommen. Die italienische Justiz ermittelt seit Monaten gegen zehn Besatzungsmitglieder – auf Grundlage haltloser Vorwürfe. Bislang wird der Fall noch nicht vor Gericht verhandelt, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Einige Anhörungen wurden verschoben. Dies ist einer der Gründe, warum sich das Verfahren so lange hinzieht. Die Iuventa10 leben seit mehr als 18 Monaten mit der Unsicherheit über den Ausgang ihres Strafverfahrens.

Nadeem Zentrum für Folteropfer, Ägypten

Das Nadeem-Zentrum für Folteropfer in Ägypten erhielt 2018 den Amnesty-Menschenrechtspreis.

Das Nadeem-Zentrum dokumentiert seit 25 Jahren Folter durch ägyptische Sicherheitskräfte und betreibt die einzige Spezialklinik zur Behandlung Überlebender von Folter und Gewalt im Land. Seit 2016 gehen die Behörden massiv gegen die Organisation vor. Im Februar 2017 wurde die Klinik des Zentrums geschlossen. Doch trotz aller Repressalien setzen Dr. Aida Seif al-Dawla, Dr. Suzan Fayad, Dr. Magda Adly und die anderen mutigen Mitarbeitenden des Zentrums ihre Arbeit fort.

Henry Tiphagne, Indien

Der Menschenrechtsaktivist und Gründer der indischen Menschenrechtsorganisation „People’s Watch“, Henry Tiphagne, erhält 2016 den Amnesty Menschenrechtspreis. Informationen zu Henry Tiphagne finden sich auf der Seite der Länderkoordinationsgruppe „Indien“ von Amnesty International:

https://amnesty-indien.de/human-rights-defenders-hrd/

Eren Keskin, Türkei

(Stand: 05. Juni 2019)

Die türkscihe Anwältin Erin Keskin erhielt 2011 den Amnesty-Menschenrechtspreis. Erin Keskin setzt sich seit langem für Menschenrechte in der Türkei ein – und sie kritisiert Menschenrechtsverletzungen. So hat sie sich zum Beispiel für Frauen eingesetzt, die in der Haft sexuell misshandelt und vergewaltigt wurden.

Im aktuell angespannten politischen Klima in der Türkei ist Erin Keskin gefährdet.

Sie hat immer wieder die Stimme für Meinungsfreiheit erhoben. So erklärte sie sich bereit, symbolische Chef redakteurin der pro-kurdischen Zeitung „Özgür Gündem“ zu werden, um so ihre Solidarität mit der in Bedrängnis geratenen Zeitung zu zeigen. Die Behörden verboten die Zeitung jedoch und leiteten insgesamt 129 Gerichts ver fahren gegen Eren Keskin wegen ihrer Unter stützung der Zeitung ein. Ihr drohen jetzt lange Haft-strafen und hohe Geldstrafen – nur, weil sie die Meinungsfreiheit verteidigt hat.

Amnesty International beobachtet die Vorgänge in der Türkei und setzt sich weiter für Erin Keskin ein. Informationen zu Eren Keskin finden Sie auf der Homepage der deutschen Sektkion von Amnesty International:

http://www.amnesty.de

 

25. Januar 2021